Fast 12 Monate ist es her, dass ich hier einen Beitrag gepostet habe. Nun wird es wieder mehr zu lesen geben!
Beginnen möchte ich mit dem Thema:
FRIEDEN
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(Mahatma Gandhi)
(Festrede,
gehalten von Astrid Lindgren, in der Frankfurter Paulskirche anlässlich der
Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, 1978)
Alle Kinder
dieser Erde lieben Astrid Lindgren (geboren 1907 in Schweden).
Aber auch den Erwachsenen hat die “Mutter” von Pippi Langstrumpf
Bedenkenswertes zu sagen:
"Jetzt werde ich eine kleine Geschichte erzählen. Ich hörte sie selbst vor
langer Zeit, eine alte Dame erzählte sie mir, und ich habe sie niemals
vergessen. Sie ging so – wenn ich mich recht erinnere:
Ich war jung zu jener Zeit, als fast alle Kinder oft geschlagen wurden.
Man hielt es für nötig, sie zu schlagen, denn sie sollten artig und gehorsam
werden. Alle Mütter und Väter sollten ihre Kinder schlagen, sobald sie etwas
getan hatten, von dem Mütter und Väter meinten, dass Kinder es nicht tun
sollten.
Mein kleiner Junge, Johan, war ein artiger und fröhlicher kleiner Kerl, und ich
wollte ihn nicht schlagen. Aber eines Tages kam die Nachbarin zu mir herein und
sagte, Johan sei in ihrem Erdbeerbeet gewesen und habe Erdbeeren geklaut, und
bekäme er jetzt nicht seine Schläge, würde er wohl ein Dieb bleiben, ein Leben
lang. Mit Müttern ist es nun einmal so, dass ihnen angst und bange wird, wenn
jemand kommt und sich über ihre Kinder beschwert.
Und ich dachte: Vielleicht hat sie recht, jetzt muss ich Johan wohl eine Tracht
Prügel verpassen. Johan saß da und spielte mit seinen Bausteinen – er war ja
damals erst fünf Jahre alt -, als ich kam und sagte, dass er nun Prügel bekäme
und dass er selbst hinausgehen sollte, um eine Rute abzuschneiden. Johan
weinte, als er ging. Ich saß in der Küche und wartete. Es dauerte lange, bis er
kam, und weinen tat er noch immer, als er zur Tür hereinschlich. Aber eine Rute
hatte er keine bei sich.
“Mama” sagte er schluchzend, “ich konnte keine Rute finden, aber hier hast Du
einen Stein, den Du auf mich werfen kannst!” Er reichte mir einen Stein, den
größten, der in seiner kleinen Hand Platz fand. Da begann auch ich zu weinen,
denn ich verstand auf einmal, was er sich gedacht hatte: Meine Mama will mir
also wehtun und das kann sie noch besser mit einem Stein.
Ich schämte mich. Und ich nahm ihn in die Arme, wir weinten beide, soviel wir
konnten, und ich dachte bei mir, dass ich niemals, niemals mein Kind schlagen
würde. Und damit ich es ja nicht vergessen würde, nahm ich den Stein und legte
ihn in ein Küchenregal, wo ich ihn jeden Tag sehen konnte, und da lag er so
lange, bis Johan groß war. Dieb wurde keiner aus ihm. Das hätte ich gern meiner
Nachbarin erzählen mögen, aber sie war schon lange fortgezogen. Ja, so sprach
die alte Dame, die mir dies alles erzählte, als ich noch sehr jung war.
Und ich weiß noch, dass ich mir dachte: Ich werde meine Kinder auch nicht
schlagen, sollte ich welche bekommen. Ich bekam zwei Kinder und ich schlug sie
niemals. Trotzdem wurden gute Menschen aus ihnen. Und auch sie schlagen ihre
Kinder nicht.
Warum erzähle ich das alles?
Es sollte ja vom Frieden die Rede sein. Ich glaube, das tut es auch. In gewisser
Weise. Immer noch gibt es viele Mütter und Väter auf der Welt, die ihre Kinder
schlagen und glauben das sei gut. Sie meinen, Kinder würden artig und gehorsam
durch Schläge.
Aber stattdessen werden sie zu solchen Menschen, die gerne selber andere schlagen
und weitermachen damit, wenn sie groß sind. Denn wie sollte einer, der sich als
Kind an die Gewalt gewöhnt hat, zu einem friedlichen Menschen heranwachsen?
Und wie soll es Frieden geben in der Welt, wenn es keine friedfertigen Menschen
gibt? Zu Hause, in den Wohnungen, muss der Friede beginnen. Ich glaube, es wäre
gut, wenn ein Stein in den Küchenregalen läge, fast überall auf der Welt, als
Erinnerung: Schluss mit Gewalt!
Ich kenne eine Menge Staatsmänner und Politiker, die einen solchen Stein auf dem
Küchenregal haben sollten. Aber dann würden sie vielleicht bloß die Steine
nehmen und hinausgehen und einander die Schädel damit einschlagen. Denn glaubt
man an Gewalt, dann handelt man auch so!
(Astrid Lindgren)
Euch allen ein wunderschönes und sonniges Wochenende!